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Historischer Weg · Flurname · Neuss

Eselspfad Neuss

Ein Name ohne bekanntes Entstehungsdatum – aber mit starker Bedeutung: trocken, sicher und vermutlich jahrhundertelang eine wichtige Nord-Süd-Route entlang der Terrassenkante.

Was ist der Eselspfad?

Kurz erklärt

Der Eselspfad bezeichnet in Neuss einen Weg entlang der Mittelterrassenkante, etwa 5 m oberhalb der Niederterrasse. Der Name deutet darauf hin, dass hier eine der wenigen dauerhaft trockenen und sicheren Nord-Süd-Verbindungen verlief.

„Sprachlich gesehen kann es ein Transportweg sein, der Eselsbreite hatte.“
— Metzdorf (Leiter des Stadtarchivs)

Woher kommt der Name?

Zwei Deutungen

1) Transportweg & Esel

Der Weg führte von Norden nach Süden zu den Mühlen. Möglich ist, dass Esel Getreide auf dieser Route transportierten – auf einem „sicheren, trockenen“ Pfad.

2) Flurname „Eesel“

„Esel“ könnte an „Eesel“ angelehnt sein – trockenes, eher minderwertiges Weideland. Das passe geografisch: Das Land dort war trocken.

  • Parallelen zu Brabant, Flandern und Limburg: Flurbezeichnungen wie „eeus(s)el-“, „eysel-“, „ijsel-“, „eesel-“ und „ezel-“.
  • Interpretation: „Eselspfad“ als „trockener Pfad“ oberhalb der sumpfigen Rinne.

Geografie & Bedeutung

Warum „trocken“ wichtig war

Unterhalb der Terrassenkante lag häufig eine Bruchzone mit dauerhaft hohem Grundwasserstand, die „dauernd vernäßt“ sein konnte. Der Eselspfad verlief hingegen oben – trocken und damit verlässlich für Transport.

Oben: Mittelterrassenkante

trockener, sicherer Weg (Nord-Süd)

Unten: Niederterrasse / Bruchzone

hoher Grundwasserstand, Matsch/Sumpf

Vergleich im Kölner Raum: „Muspfad“ – Mus = Matsch, Sumpf.

Mini-Zeitachse (ohne Jahreszahlen)

Einordnung
Frühe Nutzung
Natürlicher Höhenweg entlang der trockenen Kante – sinnvoll, bevor Wege befestigt waren.
Transport & Mühlen
Wahrscheinlich Teil einer Route zu den Mühlen; Lasttiere wie Esel könnten Getreide getragen haben.
Flurname bleibt
Der Name überdauert: als Erinnerung an Landschaft, Nutzung und die „trockene Linie“.
Heute
Wohnumfeld mit historischem Namen – ein Stück lokale Topografie im Alltag.

Originaltext

Wortlaut

Entstehungsdatum ist nicht bekannt - die Straße sei schon immer so genannt worden. "Sprachlich gesehen kann es ein Transportweg sein, der Eselsbreite hatte", erklärt Metzdorf. "Dieser Weg hat von Norden nach Süden zu den Mühlen geführt und es kann gut sein, dass die Esel das Getreide auf diesem Weg transportiert haben." Anderseits könne das Wort "Esel" aber auch an das Wort "Eesel" angelehnt sein, das trockenes Weideland bedeute. "Das könnte geografisch stimmen. Das Land dort war trocken", so der Leiter des Stadtarchivs.

Ihre Terrassenkante ist in unserem Neusser Raum der etwa 5 m oberhalb der Niederterrasse liegende Eselspfad; dieser Name deutet darauf hin, daß dieser Weg die einzig trockene und sichere Nordsüd-Transportlinie ist - im Kölner Raum der „Muspfad“ - Mus = Matsch, Sumpf, da die Bruchzone unterhalb der oft steilen Kante bei permanent hohem Grundwasserstand dauern vernäßt ist. Es gibt Parallelen zum Raum Brabant, Flandern und Limburg, wo „eeus(s)el-“, „eysel-“, „ijsel-“, „eesel-“ und „ezel-“ als Flurbezeichnungen nachweisbar sind, die trockene Weiden und Weideland von sehr geringer Qualität beschreiben. Der „Eselspfad“ ist demnach ein „trockener Pfad“ auf der Mittelterrassenkante oberhalb der bruchigen, sumpfigen Rinne.

Gruß an die Anwohner

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Liebe Grüße an die Anwohner!
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